25 March 2026, 12:09

Öffentlich-rechtliche Talkshows vernachlässigen wirtschaftliche Stimmen – INSM fordert Reformen

Plakat mit fettem schwarzem Text "Trickle-Down Economics Works Not" auf einem weißen Hintergrund, eingerahmt von einem dünnen schwarzen Rand, begleitet von einem Zitat des Präsidenten Biden.

Öffentlich-rechtliche Talkshows vernachlässigen wirtschaftliche Stimmen – INSM fordert Reformen

Ein neuer Bericht wirft den öffentlich-rechtlichen Sendern Deutschlands vor, in ihren Talkshows wirtschaftliche Perspektiven zu vernachlässigen. Die Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM) kritisiert, dass ARD und ZDF in Zeiten des wirtschaftlichen Abschwungs zu selten Vertreter aus der Wirtschaft zu Wort kommen lassen. Geschäftsführer Thorsten Alsleben fordert dringend Reformen, um eine ausgewogene Berichterstattung zu gewährleisten.

Die INSM analysierte 284 Folgen der Talkshows von ARD und ZDF aus den Jahren 2023 und 2025. Dabei zeigte sich, dass sich 2025 nur noch 20 Prozent der Sendungen mit Wirtschaftspolitik beschäftigten – ein deutlicher Rückgang gegenüber 33 Prozent im Jahr 2023. Selbst wenn wirtschaftliche Themen behandelt wurden, fehlten oft Vertreter aus der Wirtschaft.

In der Sendung Maischberger verzichteten 80 Prozent der Folgen mit wirtschaftlichem Schwerpunkt komplett auf unternehmerische Standpunkte. Die Gästelisten waren stark von Politikern (41 Prozent), Journalisten (27 Prozent) und Ökonomen (14 Prozent) geprägt. Unternehmer waren mit nur 5 Prozent vertreten, Vertreter von Wirtschaftsverbänden machten lediglich 2 Prozent aus.

Hart aber fair schnitt etwas besser ab: 39 Prozent der Sendungen widmeten sich wirtschaftlichen Themen. Allerdings waren in allen diesen Folgen zumindest Vertreter aus der Wirtschaft vertreten. Insgesamt fanden 32 Prozent der wirtschaftsbezogenen Diskussionen bei beiden Sendern ohne Beteiligung der Wirtschaft statt.

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Alsleben kritisierte die Sender scharf dafür, wirtschaftliche Themen in einer Phase der wirtschaftlichen Schwäche Deutschlands zu vernachlässigen. Er argumentierte, dass der Ausschluss von Wirtschaftsvertretern ein umfassendes Verständnis der Herausforderungen und möglicher Lösungen verhindere.

Die Ergebnisse der INSM deuten auf einen Rückgang der wirtschaftlichen Berichterstattung in den Talkformaten des öffentlich-rechtlichen Rundfunks hin. Angesichts weniger Diskussionen und geringer Beteiligung der Wirtschaft geraten die Sender unter Druck, ihre Gästelisten anzupassen. Alsleben fordert, in zukünftigen Sendungen mehr Unternehmer und Vertreter der Wirtschaft einzubinden.

Quelle