Mitteldeutschland-Verbindung: Warum der Schienenausbau in Thüringen stockt und was jetzt gefordert wird
Miriam WolfMitteldeutschland-Verbindung: Warum der Schienenausbau in Thüringen stockt und was jetzt gefordert wird
Die BSW-Landesgruppe in Thüringen fordert schnellere Fortschritte beim Ausbau der Mitteldeutschland-Verbindung im Schienenverkehr. Die Strecke sei entscheidend, um die Anbindung zwischen Sachsen und Westdeutschland zu verbessern, argumentiert die Gruppe. Doch Verzögerungen und Finanzierungsprobleme haben die Baupläne um mehrere Jahre zurückgeworfen.
Das Projekt sieht die Elektrifizierung und Modernisierung der 517 Kilometer langen Strecke vor, die von Sachsen aus durch Thüringen führt. Die vollständige Elektrifizierung, nun für 2032 geplant, würde schnellere Fernverbindungen von Chemnitz und Dresden über Erfurt in die Rhein-Main-Region und das Ruhrgebiet ermöglichen. Allein der Abschnitt Weimar–Gera–Gößnitz schlägt mit geschätzten 544 Millionen Euro zu Buche.
Roberto Kobelt, verkehrspolitischer Sprecher der BSW, betonte die Dringlichkeit der Elektrifizierung der Strecke zwischen Weimar, Jena, Gera und Gößnitz. Zudem forderte er teilweise zweigleisige Ausbauten, um die Kapazitäten zu erhöhen. Doch mit den Bauarbeiten wird es in diesem Jahr nichts – der Start wurde auf 2028 verschoben.
Die BSW-Fraktion kritisiert das Bundesverkehrsministerium scharf, weil es die notwendigen Mittel nicht bereitstelle. Trotz politischer Zusagen sei im Haushalt kein Geld für das Vorhaben eingeplant, heißt es. Die Mitteldeutschland-Verbindung gehöre zu den wichtigsten Schienenstrecken Thüringens, daher fordere man höhere Bundesinvestitionen.
Durch die Verzögerungen werden sich Elektrifizierung und Modernisierung um Jahre verzögern. Ohne zusätzliche Finanzmittel bleibt ungewiss, wann schnellere Verbindungen zwischen Ost- und Westdeutschland Realität werden. Die BSW drängt weiter auf Handlungsschritte und argumentiert, die Strecke sei für den Regional- wie Fernverkehr unverzichtbar.






