03 April 2026, 08:08

Mainz verzichtet auf Beton-Rückbau und setzt auf grüne Fassadenfarbe statt echte Begrünung

Altes Gebäude mit einer grünen Fassade an einer Straßenecke, umgeben von Straßenmasten, Straßenlaternen, Kraftfahrzeugen, Bäumen und einem klaren blauen Himmel.

Mainz verzichtet auf Beton-Rückbau und setzt auf grüne Fassadenfarbe statt echte Begrünung

Mainz gibt Pläne zur Concrete-Entfernung auf – und setzt stattdessen auf grüne Fassadenfarbe

Mainz hat seine früheren Vorhaben, Betonflächen zurückzubauen und die Stadt grüner zu gestalten, verworfen. Stattdessen setzen die Verantwortlichen nun auf einen neuen Ansatz: Tausende Gebäude sollen grün angestrichen werden. Das mit EU-Mitteln geförderte Projekt wird bis Ende des Jahres rund 10 Millionen Euro kosten.

Der Strategiewechsel erfolgt nach Jahren der Debatten über die Begrünung der Stadt, die bisher kaum sichtbare Fortschritte brachte. Nun sollen in den kommenden Monaten Schlüsselbereiche wie der Mainzer Markt, das Neustadtviertel und das Staatstheater mit frischem Grünanstrich versehen werden.

Hintergrund der Entscheidung ist ein kürzlich bewilligtes EU-Förderprogramm, das Hundertmillionen an Zuschüssen für städtische Begrünungsprojekte bereitstellt. Während Mainz ursprünglich den Rückbau von Beton und die Förderung von Pflanzenwelt anstrebt, konzentriert sich der neue Plan stattdessen auf optische Maßnahmen.

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Betroffen sind Gebäude in der gesamten Stadt, darunter auch der Leichhof-Friedhof. Unklar ist jedoch noch, ob der Mainzer Dom in die Aktion einbezogen wird. Die Initiative geht über die Architektur hinaus: Polizisten werden wieder grüne Uniformen tragen, und der Fußballverein Mainz 05 wird künftig in grünen Trikots auflaufen.

Kritik hatte es zuletzt an Neubauprojekten wie dem Universitätsvorplatz und dem Zollhafen-Gelände gegeben, die durch ihren kargen, betonlastigen Charakter auffielen. Die neue "Grün-Offensive" scheint eine Reaktion auf diese Vorwürfe zu sein. Zudem sollen künftig alle Neubauten in Mainz laut Angaben grün gestaltete Fassaden aufweisen müssen.

Auch andere deutsche Städte sind bereits ähnliche Wege gegangen: Düsseldorf startete 2016 das DAFIB-Programm, Köln führte "GRÜN hoch 3" für begrünte Fassaden ein, und Berlin fördert grüne Dächer und Wände. Ob diese Projekte jedoch explizit mit EU-Geldern unterstützt wurden, geht aus öffentlichen Unterlagen nicht hervor.

Die Umsetzungsphase des Anstrichprojekts soll noch in diesem Jahr beginnen. Noch nicht geklärt ist, ob die Maßnahmen über rein kosmetische Veränderungen hinausgehen oder auch strukturelle Begrünungen umfassen werden. Die 10 Millionen Euro fließen in Gebäude, Uniformen und Sportkleidung – ein deutlicher Kurswechsel in der Mainzer Stadtgestaltung.

Quelle