Kita-Proteste in NRW: Eltern und Erzieher:innen kämpfen gegen KiBiz-Reformen
Luisa BrandtKita-Proteste in NRW: Eltern und Erzieher:innen kämpfen gegen KiBiz-Reformen
Kitas in ganz Nordrhein-Westfalen protestieren gegen geplante Änderungen des Landes-Kinderbildungsgesetzes (KiBiz)
Diese Woche versammelten sich Demonstranten vor der St.-Josef-Kindertagesstätte Saalhausen in Lennestadt, wo Erzieher:innen, Eltern und Kinder gegen die geplanten Reformen protestierten. Im Mittelpunkt stehen die Kritik an unzureichender Finanzierung und Personalmangel. Die Proteste sind Teil einer wachsenden Gegenbewegung gegen die Reformen, die nach Ansicht von Kritiker:innen die steigenden Kosten und den Fachkräftemangel nicht ausreichend berücksichtigen.
Rund 50 Kinder, pädagogische Fachkräfte und Eltern nahmen an der Kundgebung teil, die vom Trägerverband WIR-KITAs organisiert wurde. Unter dem Motto "Wir sind sprachlos" machten sie auf explodierende Energiekosten und den dramatischen Personalnotstand aufmerksam. Vanessa Frankenthal, Leiterin der Kita, warnte, dass das aktuelle System den Bedürfnissen der Kinder nicht gerecht werde.
Besonders in der Kritik steht das im Reformentwurf vorgesehene "Kern- und Randzeitenmodell". Im Sauerland befürchten Betroffene, dass die Änderungen bestehende Probleme verschärfen statt zu lösen. Eine vorherige Reform im Januar hatte die Inflation nicht berücksichtigt, sodass viele Einrichtungen seither finanziell an ihre Grenzen geraten sind.
Die Landesregierung hat als Reaktion zusätzliche 200 Millionen Euro für das kommende Kita-Jahr ab August zugesagt. Doch die Protestierenden halten die Mittel für unzureichend. Weitere Demonstrationen in anderen Einrichtungen sind in den nächsten Wochen geplant.
Sollten die Reformen verabschiedet werden, treten sie im nächsten Jahr in Kraft. Die Proteste spiegeln eine breite Unzufriedenheit mit dem Gesetzentwurf wider, insbesondere bei der Finanzierung und Personalausstattung. Mit weiteren Kundgebungen fordern Träger und Eltern nachdrücklich substantiellere Änderungen, bevor die Reformen final beschlossen werden. Die Entscheidung wird maßgeblich darüber entscheiden, wie Kitas im Land in den kommenden Monaten mit steigenden Kosten und Personalengpässen umgehen können.






