21 April 2026, 08:08

Kirchheim unter Teck setzt auf Konzept statt Höchstgebot beim Steingau-Viertel

Farbcodierte Wohnbaugrundstücksplan-Karte mit beschrifteten Bereichen und Textdetails auf einem Blatt Papier.

Kirchheim unter Teck setzt auf Konzept statt Höchstgebot beim Steingau-Viertel

Kirchheim unter Teck geht einen anderen Weg bei der Entwicklung des Steingau-Viertels, eines lebendigen Gebiets westlich der historischen Altstadt. Statt das Land an den Höchstbietenden zu verkaufen, entschied sich die Stadt für das überzeugendste Projektkonzept. Ziel war es, ein sozial durchmischtes und gut gestaltetes Quartier für die etwa 850 Bewohner zu schaffen, die heute in 45 Gebäuden leben.

Von Anfang an setzte die Stadt klare Prioritäten: soziale Vielfalt, hochwertige Stadtplanung und eine funktionsfähige Gemeinschaft. Um dies zu ermöglichen, wurden die Grundstückspreise unabhängig begutachtet und im Voraus festgesetzt. Dadurch konnten sich auch kleinere Projektentwickler am Auswahlverfahren beteiligen.

Die Nachfrage nach Baugrundstücken im Steingau-Viertel überstieg das Angebot bei Weitem – das Interesse lag fast dreimal höher als die verfügbaren Flächen. Statt einer klassischen Bieterrunde setzte die Stadt auf ein diskursives Bewertungsverfahren, ähnlich einer Juryberatung. Den Zuschlag erhielt das Konzept mit der besten inhaltlichen Qualität, nicht das höchste Finanzangebot.

Zudem verlangte die Stadt für jede Bauzone eine gemeinsame Tiefgaragenlösung. Leitprojekte übernahmen die Verantwortung für Bau und Betrieb dieser Anlagen. Um den reibungslosen Ablauf zu sichern, unterstützten die Behörden in der Anfangsphase organisatorisch und führten regelmäßige Überprüfungen durch. Wichtige Zusagen wurden vertraglich festgehalten, noch bevor Grundstücke verkauft wurden.

Konzeptbasierte Vergabeverfahren wie dieses erfordern sorgfältige Planung. Entscheidend waren klare Kommunikation, realistische Zeitpläne und gut definierte Rollen. Auch ausreichende Verwaltungskapazitäten waren unverzichtbar, um den Prozess im Griff zu behalten.

Das Steingau-Viertel gilt heute als Vorbild für gemeinwohlorientierte Stadtentwicklung. Indem die Stadt Gestaltung, Vielfalt und Funktionalität über Profitinteressen stellte, entstand ein Quartier, das öffentliche Wohlfahrtsziele erfüllt. Der strukturierte Ansatz sorgte dafür, dass Zusagen eingehalten wurden und das Viertel zu einer zusammenhängenden, gut unterstützten Gemeinschaft heranwachsen konnte.

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