Jedes vierte Logistikunternehmen in Deutschland kämpft gegen die Pleitewelle
Luisa BrandtJedes vierte Logistikunternehmen in Deutschland kämpft gegen die Pleitewelle
Deutschlands Logistik- und Transportbranche steht unter wachsendem finanziellen Druck. Steigende Dieselpreise, schmale Gewinnspannen und hohe Vorabkosten setzen vor allem kleinere Unternehmen stark zu. Aktuelle Daten zeigen: Jedes vierte kleine und mittlere Unternehmen der Branche ist mittlerweile von der Pleite bedroht.
Im vergangenen Jahr meldeten 469 Logistikfirmen in Deutschland Insolvenz an – darunter 19 mit einem Jahresumsatz von über 10 Millionen Euro. Das entspricht einem Anstieg von 5,6 Prozent im Vergleich zu 2024. Die ersten Monate des Jahres 2025 verzeichnen zudem eine Zunahme von Zahlungsausfällen über dem Fünfjahresdurchschnitt – ein alarmierendes Zeichen für eine Verschärfung der Krise.
Viele Transportunternehmen arbeiten mit Gewinnmargen von unter drei Prozent, während gleichzeitig die Lohnkosten steigen. Ein zentrales Problem ist die zeitliche Lücke zwischen der Vorfinanzierung von Sprit und dem Eingang der Kundenzahlungen, die oft erst nach etwa 60 Tagen erfolgen. Diese Liquiditätslücke verschärft die finanzielle Belastung zusätzlich.
Neben den wirtschaftlichen Herausforderungen kämpft die Branche mit einem akuten Fahrermangel und der Notwendigkeit kostspieliger digitaler Modernisierungen. Der Wettbewerb bleibt hart, und steigende Energiepreise drohen, die Verbraucherpreise in die Höhe zu treiben – besonders bei Lebensmitteln, die kurzfristig um bis zu zehn Prozent teurer werden könnten.
Der Kreditversicherer Atradius warnt, dass sich die wirtschaftliche Lage für Transport- und Logistikunternehmen weiter verschlechtert. Vor allem kleine und mittlere Speditionen, die ohnehin schon mit minimalen Margen operieren, tragen die Hauptlast dieser kombinierten Belastungen.
Die Insolvenzrate in der Logistikbranche steigt, und Zahlungsverzögerungen häufen sich. Angesichts steigender Kraftstoffkosten, höherer Personalkosten und wachsender digitaler Anforderungen bleibt die Zukunft kleinerer Unternehmen ungewiss. Experten gehen davon aus, dass es zu weiteren Betriebsschließungen kommen könnte, sollte sich die Situation nicht bald bessern.






