25 June 2026, 14:07

Hilfsorganisationen fordern 2,8 Milliarden Euro für humanitäre Krisenhilfe vom Bund

Hilfsorganisationen kritisieren fehlende Strategie

Hilfsorganisationen fordern 2,8 Milliarden Euro für humanitäre Krisenhilfe vom Bund

Zwei führende Hilfsorganisationen haben die deutsche Bundesregierung aufgefordert, die Mittel für humanitäre Hilfe im nächsten Bundeshaushalt auf 2,8 Milliarden Euro zu erhöhen. Dieser Appell erfolgt vor dem Hintergrund deutlicher Kürzungen im Etat für Entwicklungszusammenarbeit seit dem Jahr 2022. Die Welthungerhilfe und Terre des Hommes stellten am Mittwoch ihre jährliche Bewertung der deutschen Entwicklungspolitik vor.

Mathias Mogge, Generalsekretär der Welthungerhilfe, und Joshua Hofert, sein Pendant bei Terre des Hommes, skizzierten bei der Präsentation ihre Bedenken. Zwar begrüßten sie die jüngste Neuausrichtung der Entwicklungspolitik, kritisierten jedoch das Fehlen einer kohärenten Strategie in den geplanten Reformen. Mogge betonte, der Fokus müsse sich von der Menge der Hilfe hin zu ihrer Qualität verlagern – mit weniger Bürokratie und mehr Eigenständigkeit für zivilgesellschaftliche Gruppen.

Die Organisationen unterstrichen, dass das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) die Zivilgesellschaft aktiv in die Gestaltung der Reformen einbinden müsse. Hofert machte deutlich, dass der Prozess nicht auf Entscheidungen aus Berlin beschränkt bleiben dürfe, sondern von Anfang an Partnerländer, lokale Zivilgesellschaften und junge Menschen einbeziehen müsse.

In ihrem gemeinsamen Bericht warnten die Organisationen, dass die zunehmende Politisierung der Hilfe deren Grundprinzipien – Bedürfnisorientierung, Neutralität und Unabhängigkeit – untergraben könnte. Die NGOs wiesen zudem auf den wachsenden Druck hin, dem die Entwicklungspolitik durch sich verschärfende globale Krisen, Kriege und die Folgen des Klimawandels ausgesetzt ist. Mogge betonte den dringenden Bedarf an humanitärer Hilfe und forderte, mehr Mittel in Prävention statt nur in Krisenbewältigung zu investieren.

Die Organisationen schlagen vor, die Mittel für humanitäre Hilfe deutlich auf 2,8 Milliarden Euro zu erhöhen. Sie argumentieren, dass dieser Anstieg – zusammen mit strukturellen Reformen – notwendig sei, um aktuelle und künftige Herausforderungen zu bewältigen. Der Appell erfolgt vor dem Hintergrund anhaltender Kürzungen im Bereich der Entwicklungszusammenarbeit, wobei für 2027 bereits weitere Einschnitte geplant sind.

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