28 June 2026, 20:07

Hannovers SPD-Skandal: Wie Hülya Iri Steuergelder in Immobilien steckte

Der Zuschuss-Skandal aus Hannover geht in die nächste Runde

Hannovers SPD-Skandal: Wie Hülya Iri Steuergelder in Immobilien steckte

In Hannover ist ein Finanzskandal um Hülya Iri aufgedeckt worden, die ehemalige stellvertretende Fraktionsvorsitzende der hiesigen SPD. Ihr wird vorgeworfen, über einen von ihr gegründeten Verein öffentliche Gelder veruntreut zu haben – unter anderem sollen damit möglicherweise Immobilien mit Steuergeldern erworben worden sein. Die Ermittlungen dazu laufen.

2018 hatte Iri den Verein Integrationsarbeit Kronsberg ins Leben gerufen. Für das Projekt Respekt Café Kronsberg erhielt die Organisation 2023 vom Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) eine Förderung in Höhe von 924.479 Euro. Bereits bis Juni desselben Jahres waren davon fast 740.000 Euro ausgegeben – doch nachweisbare Leistungen waren nicht erbracht worden.

Iri und ihre Tochter Esma Bozdemir traten von ihren Posten zurück und legten ihre SPD-Mitgliedschaften ruhen. Gerichtsakten zufolge zahlten sie sich aus den Vereinsmitteln mindestens 685.000 Euro an Gehältern aus. Das Amtsgericht Hannover hat inzwischen ein Insolvenzverfahren gegen die Organisation eingeleitet.

Doris Schröder-Köpf, die ehemalige Ehefrau von Altkanzler Gerhard Schröder, hatte Iri zuvor mit einem Empfehlungsschreiben unterstützt. Der SPD-Bundestagsabgeordnete und niedersächsische stellvertretende Landesvorsitzende Adis Ahmetović war bereits im Dezember 2022 über die Vorwürfe informiert worden, unternahm jedoch nichts. Die SPD betont, der Verein habe keine offiziellen Verbindungen zur Partei.

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Nun prüfen die Staatsanwälte, ob öffentliche Mittel unrechtmäßig für Immobilienkäufe verwendet wurden. Der Fall wirft schwerwiegende Fragen zu Kontrolle und Verantwortung auf. Die weiteren Schritte hängen von den laufenden Insolvenzverfahren und Ermittlungen ab.

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