GSM-R-Störungen gefährden den Bahnverkehr in ganz Europa – was jetzt passiert
Luisa BrandtGSM-R-Störungen gefährden den Bahnverkehr in ganz Europa – was jetzt passiert
Die deutsche Bundesregierung hat Probleme mit dem digitalen Zugfunk-System GSM-R eingeräumt. Störungen werden mit Einflüssen durch öffentliche Mobilfunknetze in Verbindung gebracht und beeinträchtigen den Bahnbetrieb in ganz Europa.
In mehreren Ländern wurden bereits Probleme mit GSM-R gemeldet, was die Europäische Kommission und die EU-Eisenbahnagentur zum Handeln veranlasst hat. Im Fokus steht die Verringerung von Störquellen, um eine zuverlässige Kommunikation für den Zugbetrieb zu gewährleisten.
In Deutschland zeigen Aufzeichnungen der Deutschen Bahn über 1.000 Funklöcher auf, in denen Züge in Notfällen nicht schnell genug erreicht werden können. Auf mindestens 250 Strecken bundesweit versagt die Notruf-Funktion aufgrund von Störungen durch kommerzielle Mobilfunksignale.
Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt bezeichnete GSM-R als ein unterstützendes Ausweichsystem und nicht als primäre Sicherheitsebene. Die Hauptsicherheitsmechanismen bleiben die streckenseitige Signaltechnik. Es laufen Bemühungen, die Störfestigkeit durch aktualisierte technische Standards und bessere Ausrüstung zu verbessern.
Trotz der anerkannten Mängel hält die Bundesregierung die bestehende GSM-R-Infrastruktur der Deutschen Bahn für ausreichend. Kritiker wie die verkehrspolitische Sprecherin Sabine Leidig stellen diese Einschätzung infrage. Der Druck zur technischen Verbesserung bleibt bestehen, um die anhaltenden Zuverlässigkeitsprobleme zu lösen.
