Grüne verklagen Agrarminister Rainer wegen Abschaffung der Düngeverordnung
Noah FrankeGrüne verklagen Agrarminister Rainer wegen Abschaffung der Düngeverordnung
Die Grünen haben Deutschlands Landwirtschaftsminister Alois Rainer (CSU) vor das Bundesverfassungsgericht gebracht. Streitpunkt ist seine Entscheidung, die Stoffstrombilanzverordnung im Juli 2025 abzuschaffen. Die Partei wirft ihm vor, damit gegen die Verfassung verstoßen und den Umweltschutz ausgehebelt zu haben.
Die 2017 eingeführte Verordnung sollte das Grundwasser vor übermäßigem Düngemitteleinsatz schützen. Sie verpflichtete Landwirte, jährlich Stickstoff- und Phosphat-Ein- und -Austräge zu dokumentieren. Rainer, Mitglied der CSU, setzte die Regelung kurz nach seinem Amtsantritt als Agrarminister außer Kraft und bezeichnete sie als unnötige Belastung für die Bauern.
Er begründete die Streichung mit einer Ersparnis von 18 Millionen Euro an Verwaltungskosten für die Branche. Die Grünen werfen ihm daraufhin zwei Verfassungsverstöße vor: die Aufhebung der Verordnung ohne vorherige Anhörung sowie die Missachtung des bestehenden Düngegesetzes. Zudem habe er seine Kompetenzen überschritten, indem er die Befugnisse des Bundestags umging.
Im April billigte die Bundesregierung zwar einen Entwurf für ein neues Düngegesetz, verzichtete darin jedoch auf das Hof-Tor-Prinzip. Kernfrage für das Gericht ist nun, ob die Grünen Rainer mit einer Organstreitigkeit rechtmäßig anfechten können. Eine Entscheidung wird in den kommenden Monaten erwartet.
Der Fall dreht sich um die Rechtmäßigkeit von Rainers Vorgehen und die Klagerechte der Grünen. Bei Erfolg könnte die Verordnung wieder in Kraft gesetzt und strengere Düngeregeln eingeführt werden. Zudem könnte das Urteil Klarheit über das Machtgefüge zwischen Ministern und Parlament bei Umweltauflagen schaffen.






