05 May 2026, 18:21

"Grüne Ufer": Eine mutige Bühnenadaption begeistert in Jekaterinburg

Ein altes Illustrationstitelblatt "Die Musik der russischen Revolution" zeigt einen Mann in einem weißen Gewand, der ein Saiteninstrument spielt, und eine Frau in einem wallenden Kleid, die Blumen hält, eingerahmt von einem prunkvollen Rahmen vor einem tiefblauen Nachthimmel mit Sternen.

"Grüne Ufer": Eine mutige Bühnenadaption begeistert in Jekaterinburg

„Grüne Ufer“: Eine mutige Bühnenadaption feiert Premiere in Jekaterinburg

In Jekaterinburg hat eine neue Theaterfassung von Grüne Ufer Premiere gefeiert und sorgt mit ihrer kühnen Erzählweise für Aufsehen. Unter der Regie von Lilia Bornaschewa verwebt das Stück das Leben eines sowjetischen Dichters der 1980er-Jahre mit dem einer fast vergessenen Romanzen-Sängerin aus der Zeit vor der Revolution. Die Produktion stellt einen seltenen Versuch dar, parallele Existenzformen im russischen Theater zu erkunden.

Ursprünglich entstand Grüne Ufer als Roman von Gennadi Alexejew, der sich von der wahren Geschichte der prärevolutionären Sängerin Anastassija Wjalzewa inspirieren ließ. Das Buch, heute ein Meilenstein der Fantasyliteratur, bildet die Grundlage für dieses ehrgeizige Bühnenwerk.

Auf der Bühne entfaltet sich die Handlung durch die Darstellungen von Oleg Dulenkin und Jelena Iwanowa, die die Hauptrollen übernehmen. Iwanowa verkörpert dabei allein neun verschiedene Charaktere und wechselt mühelos zwischen den Identitäten, während die Geschichte durch die Zeiten wandert. Die Inszenierung verzichtet auf ein klassisches Happy End und bleibt damit dem unaufgelösten, melancholischen Ton des Romans treu.

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Die Uraufführung fand im Tvary, einem privaten Theater in Jekaterinburg mit experimentellem Profil, statt. Bornaschewas Adaption bewahrt die komplexe Struktur des Romans und verbindet historische Details mit elementen der spekulativen Fiction. Das Publikum zeigt sich beeindruckt von der düster-poetischen Atmosphäre und dem Kontrast zwischen den beiden zentralen Epochen – dem vorrevolutionären Russland und der späten Sowjetzeit.

Mit Grüne Ufer bereichert Jekaterinburgs Kulturszene ein bemerkenswertes neues Werk. Durch seine anspruchsvollen Themen und die herausfordernden schauspielerischen Leistungen sprengt das Stück traditionelle Theaterkonventionen. Ob die Produktion über die erste Spielzeit hinaus ein breiteres Publikum findet, wird sich bei den kommenden Vorstellungen im Tvary zeigen.

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