Gewalt gegen Bahnmitarbeiter: Warum Zweier-Teams weiterhin umstritten bleiben
Ella HofmannGewalt gegen Bahnmitarbeiter: Warum Zweier-Teams weiterhin umstritten bleiben
Gewalt gegen Bahnmitarbeiter bleibt ein drängendes Problem nach tödlichem Angriff auf Zugbegleiter im Februar 2024
Die jährlichen Statistiken zeigen, dass es in den Jahren 2024 und 2025 jeweils über 3.000 Übergriffe auf Bahnbeschäftigte gab – eine alarmierend hohe Zahl, die sich auch 2026 kaum verringert hat. Gewerkschaften und Regierungsvertreter diskutieren nun über neue Sicherheitsmaßnahmen, um das Personal besser zu schützen.
Nach dem tödlichen Vorfall führte die Deutsche Bahn Körperkameras für Mitarbeiter ein und lockerte die Kontrollen von Ausweispflichten. Die Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) fordert seitdem, dass Zugbegleiter standardmäßig im Zweierteam arbeiten sollen. EVG-Chef Martin Burkert kritisierte die Ablehnung dieser Forderung durch die Ministerien scharf und warnte, dass die Gewalt ohne konsequentes Handeln weiter zunehmen könnte.
Die Verkehrsministerkonferenz begrüßte zwar einige Sicherheitsverbesserungen wie eine bessere Videoüberwachung an Bahnhöfen, lehnte aber eine bundesweite Verpflichtung zu Zweier-Teams ab – mit Verweis auf Haushaltsengpässe und regionale Unterschiede. Stattdessen setzt man auf flexible Personaleinsätze, die sich an den örtlichen Gegebenheiten orientieren.
Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder kündigte an, die bisherigen Maßnahmen bis Ende April zu überprüfen. Unterdessen wird weiter darüber debattiert, wie sich Sicherheit und knappe Finanzmittel in Einklang bringen lassen, da die Regierung an den bereits beschlossenen Haushaltsplänen festhält.
Die Diskussion um den Schutz von Bahnmitarbeitern bleibt kontrovers: Während die Gewerkschaften auf strengere Regeln pochen, setzen die Ministerien auf kostengünstige Lösungen. Zwar wurden einige Maßnahmen umgesetzt, doch die Ablehnung bundesweiter Zweier-Teams wirft weiterhin Fragen zum Schutz des Personals auf. Die Ergebnisse von Schnieders Prüfung könnten den weiteren Umgang mit dem Problem entscheiden.






