Gabriele Stötzers mutige Kunst und ihr Kampf für Freiheit im Gropius Bau
Ella HofmannGabriele Stötzers mutige Kunst und ihr Kampf für Freiheit im Gropius Bau
Gropius Bau zeigt große Einzelausstellung von Gabriele Stötzer
Der Berliner Gropius Bau präsentiert derzeit eine umfassende Retrospektive des Werks von Gabriele Stötzer. Die Schau vereint rund 150 Exponate – darunter Videos, Fotografien, Modedesigns und große Wollskulpturen von Frauenfiguren. Noch bis zum 6. Dezember ist die Ausstellung zu sehen, im August steht zudem eine besondere Performance auf dem Programm.
Stötzer, heute 73 Jahre alt, zählt seit Jahrzehnten zu den prägendsten und mutigsten Persönlichkeiten der deutschen Kunstszene. 1976 gehörte sie zu den Mitbegründerinnen der Erfurter Künstlerinnengruppe und setzte sich in der DDR für künstlerische Freiheit ein. Ihr politisches Engagement führte zur Inhaftierung, nachdem sie eine Petition gegen die Ausbürgerung des Liedermachers Wolf Biermann unterzeichnet hatte. Ein Jahr verbrachte sie im Gefängnis – eine Zeit, in der sie Strumpfhosen nähte, um sich die Stunden zu vertreiben.
Auch in den späten 1980er-Jahren blieb sie unangepasst: 1989 besetzte Stötzer die Stasi-Kreisverwaltung in Erfurt – ein Schlüsselmoment auf dem Weg zur deutschen Wiedervereinigung. Trotz ihrer engen Verbindung zur DDR lehnt sie es ab, allein als „DDR-Künstlerin“ wahrgenommen zu werden.
In diesem Herbst wird ihr der Goslarer Kaiserring verliehen, eine der renommiertesten Kunstauszeichnungen Deutschlands. Die Ehrung würdigt ihr Lebenswerk als Künstlerin und Aktivistin.
Die Ausstellung im Gropius Bau unterstreicht die Vielfalt und Kraft von Stötzers Schaffen. Mit ihrer angekündigten Dachperformance im August fügt sie ihrem Wirken ein weiteres unvergessliches Kapitel hinzu. Schau und Auszeichnung bestätigen ihren anhaltenden Einfluss auf Kunst und Kultur in Deutschland.






