FDP-Streit eskaliert: Generalsekretär gibt Interview bei Junger Freiheit – und löst Empörung aus
Ella HofmannFDP-Streit eskaliert: Generalsekretär gibt Interview bei Junger Freiheit – und löst Empörung aus
In der Freien Demokratischen Partei (FDP) ist eine Debatte entbrannt, ausgelöst durch ein Interview, das Generalsekretär Martin Hagen einem rechtsextremen Medium gegeben hat. Die ehemalige Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger kritisierte Hagen öffentlich für das Gespräch mit der Jungen Freiheit. Der Streit offenbart tiefe Gräben innerhalb der Partei darüber, wie mit umstrittenen Medien umgegangen werden soll.
Hagen hatte das Interview der Jungen Freiheit erteilt und seine Entscheidung später verteidigt. Er argumentierte, das Blatt sei weder unzuverlässig noch verfassungsfeindlich. Zudem bedauerte er, dass die Gesellschaft – insbesondere während der Amtszeit von Angela Merkel – die Fähigkeit verloren habe, miteinander zu diskutieren.
Die Aktion löste umgehend scharfe Kritik aus. Leutheusser-Schnarrenberger verurteilte das Interview und warnte, der Dialog mit der Jungen Freiheit könnte dazu beitragen, die rechtsextreme AfD zu normalisieren. Sabine Döring ging noch einen Schritt weiter: Aus Protest gegen die Wahl des Diskussionsforums zog sie sich von einer FDP-nahen Podiumsdiskussion zurück.
Nicht alle Parteimitglieder lehnten Hagens Schritt ab. Susanne Seehofer, Mitglied des Bundesvorstands, unterstützte das Interview und betonte die Bedeutung des Austauschs mit Menschen anderer Ansichten. Hagen selbst machte jedoch deutlich, dass die FDP nicht mit der AfD zusammenarbeiten werde – diese sei „kein potenzieller Partner“.
Der Konflikt zeigt die Spannungen innerhalb der FDP bei der Positionierung gegenüber rechtsextremen Medien auf. Hagens Interview führte zu öffentlicher Kritik, einem Rückzug von einer Veranstaltung und der erneuten Bestätigung, dass die Partei keine Kooperation mit der AfD anstrebt. Im Kern geht es in der Debatte darum, ob der Dialog mit solchen Medien das Risiko birgt, extremistische Positionen zu legitimieren.
