Ex-Beamter nach Coronakritik und Zeitbetrug aus dem Dienst entlassen
Lucian Michaelis, ehemaliger leitender Gewerbeaufsichtsbeamter in Sachsen-Anhalt, wurde 2024 nach einem langjährigen Rechtsstreit aus dem Beamtenverhältnis entlassen. Seine Entlassung folgte auf Vorwürfe wegen Zeitbetrugs und seiner öffentlichen Kritik an den Coronamaßnahmen. Der Fall sorgte auch wegen des öffentlichen Widerstands seiner Familie gegen die Pandemiepolitik für Aufmerksamkeit.
Michaelis arbeitete als Gewerbeaufsichtsbeamter beim Landesamt für Verbraucherschutz, bis er 2022 suspendiert wurde. Die Behörden warfen ihm Zeitbetrug und mangelnde soziale Kompetenz vor, was schließlich zu seinem Ausschluss aus dem Beamtenstatus führte. Obwohl die Gerichte die zentralen Vorwürfe später fallen ließen, bestätigten sie die Verurteilung wegen Zeitbetrugs.
Seine Entlassung wurde 2024 endgültig, nachdem das Verwaltungsgericht Halle die Entscheidung bestätigte. Der Fall erhielt größere Beachtung, weil Michaelis an Protesten gegen die Coronamaßnahmen teilgenommen hatte, darunter an einem „Fackelmarsch“ in Halberstadt im Februar 2022. Kritiker stempelten ihn nach seinem Auftritt bei der Veranstaltung als „rechtsextrem“ ab.
Michaelis’ Ablehnung der Impfpolitik entsprach der Haltung seines Vaters. Martin Michaelis, ein Pfarrer aus Quedlinburg, hatte ebenfalls öffentlich die Pandemiemaßnahmen kritisiert und war als unabhängiger Kandidat auf einer AfD-Liste angetreten. 2025 veröffentlichte der ältere Michaelis eine Anthologie mit dem Titel „Mut zur Abweichung: Stimmen des ‚Keine Alternative‘-Widerstands“. Sowohl Vater als auch Sohn beriefen sich auf ihren lutherisch-christlichen Glauben als Motivation für ihren Widerstand.
Die Entlassung markiert das Ende von Michaelis’ Laufbahn im öffentlichen Dienst. Die gerichtlichen Verfahren bestätigten seine Entfernung trotz der Ablehnung einiger anfänglicher Vorwürfe. Sein Fall bleibt mit den weiteren Debatten über das Verhalten von Beamten und den Protesten in der Pandemiezeit verbunden.






