Europas Batteriezellenproduktion kämpft mit Wachstumsschmerzen trotz Rekordnachfrage
Luisa BrandtEuropas Batteriezellenproduktion kämpft mit Wachstumsschmerzen trotz Rekordnachfrage
Europas Vorstoß zur Ausweitung der Batteriezellenproduktion stößt auf große Hindernisse. Fachleute des Fraunhofer-Instituts für System- und Innovationsforschung (ISI) warnen vor erheblichen Herausforderungen. Gleichzeitig steigt die Nachfrage nach Elektrofahrzeugen auf dem gesamten Kontinent weiter an.
In Deutschland verzeichnete die Elektroauto-Nachfrage 2025 ein starkes Wachstum: Laut Kraftfahrt-Bundesamt wurden 545.142 neue rein elektrisch betriebene Pkw zugelassen – ein Anstieg von 43 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Bis Januar 2026 überstieg die Gesamtzahl der Batterie-Elektrofahrzeuge auf deutschen Straßen die Marke von 2 Millionen.
Auch bei der Produktion gibt es Fortschritte: Volkswagen startete mit seiner Tochter PowerCo Ende 2025 die Zellenfertigung im Gigawerk Salzgitter. Um solche Projekte zu fördern, richtete die Europäische Kommission am 9. Juni 2026 die Battery Booster Facility ein, die europäischen Herstellern zinslose Darlehen von bis zu 1,5 Milliarden Euro bereitstellt.
Doch die Branche steht vor Unsicherheiten: Die Erweiterung des CATL-Werks in Erfurt bleibt unklar, das ACC-Projekt in Kaiserslautern ist auf Eis gelegt, und die Perspektiven für das Cellforce-Werk in Schwarzheide sind ungewiss. Besonders kritisch ist die Energieeffizienz in der Produktion – allein das Trocknen der Kathoden kann bis zu 45 Prozent des Gesamtenergieverbrauchs eines Trockenraums ausmachen.
Um diese Herausforderungen zu bewältigen, veranstaltet Vaisala ein kostenloses 30-minütiges Webinar auf Deutsch. Im Fokus steht die Optimierung des Kathodentrocknungsprozesses, wobei der Taupunkt als bester Parameter für die Prozesssteuerung hervorgehoben wird. Zudem werden der Umgang mit hohen Temperaturen, aggressiven Chemikalien sowie Best Practices zu Installation, Genauigkeit, Reaktionszeit und Systemverfügbarkeit behandelt.
Europas Batterieindustrie wächst, sieht sich aber mit technischen und finanziellen Hürden konfrontiert. Neue Fördermittel und Fachberatung sollen Herstellern helfen, die Effizienz zu steigern und teure Verzögerungen zu vermeiden. Die nächsten Schritte der Branche werden die elektrische Zukunft des Kontinents prägen.
