EU-Haushaltsstreit eskaliert: Deutschland blockiert 2-Billionen-Plan für 2028–2034
Miriam WolfEU-Haushaltsstreit eskaliert: Deutschland blockiert 2-Billionen-Plan für 2028–2034
Der Streit über den nächsten mehrjährigen Haushaltsplan der EU verschärft sich, da die Mitgliedstaaten über die Höhe der Finanzmittel uneins sind. Die Europäische Kommission hat einen Finanzrahmen von 2 Billionen Euro für den Zeitraum 2028–2034 vorgeschlagen, doch eine von Deutschland angeführte Gruppe von Ländern lehnt höhere Beiträge ab. Beamte warnen, dass die geplanten Erhöhungen einige Staaten vor erhebliche finanzielle Belastungen stellen könnten.
Der aktuelle EU-Haushalt (2021–2027) beläuft sich auf rund 1,2 Billionen Euro und wächst auf etwa 2 Billionen Euro an, wenn man den Wiederaufbaufonds NextGenerationEU mit einrechnet. Nun will Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen, dass der nächste mehrjährige Finanzrahmen (MFR) die Marke von 2 Billionen Euro übersteigt. Zur Finanzierung plant die Kommission neue EU-weite Steuern, darunter Abgaben auf Klimaschutzmaßnahmen und Tabakprodukte.
Deutschland, der größte Nettozahler der EU, zahlt derzeit zwischen 19 und 25 Milliarden Euro mehr in den Haushalt ein, als es zurückerhält. Angesichts der Priorität der Ampelkoalition für höhere Verteidigungsausgaben hat Berlin kaum Spielraum für zusätzliche EU-Transfers. Thomas Ossowski, Deutschlands Ständiger Vertreter bei der EU, warnte vor einem „immensen Anstieg“ der deutschen Beiträge, falls der neue Haushalt verabschiedet wird.
Eine Gruppe „gleichgesinnter Staaten“ – Deutschland, Finnland, Dänemark, die Niederlande, Österreich, Irland, Belgien und Frankreich – lehnt die geplante Erhöhung ab. Der belgische Ministerpräsident Bart De Wever bezeichnete die potenziellen Kosten als „schwindelerregend“ und schätzt, dass die jährlichen Zahlungen seines Landes um bis zu 2,5 Milliarden Euro steigen könnten. Gleichzeitig drängen 16 andere Länder, darunter Polen, Italien, Spanien und Portugal, auf einen größeren Haushalt, um gemeinsame Prioritäten zu finanzieren.
Die Debatte offenbart tiefe Gräben darüber, wie die zukünftigen Schwerpunkte der EU finanziert werden sollen. Sollte der neue Haushalt genehmigt werden, wären deutlich höhere nationale Beiträge erforderlich, wobei einige Länder mit drastischen Steigerungen konfrontiert wären. Die von der Kommission vorgeschlagenen Steuern sollen die Last verringern, doch der Widerstand wichtiger Mitgliedstaaten deutet auf zähe Verhandlungen hin.






