22 April 2026, 20:11

Ermittlungen gegen ÖRR-Blogger Jonas Müller eingestellt – ein Fall mit Folgen

Ein Mann im Anzug spricht an einem Rednerpult mit einem Mikrofon zu einer Menge hinter einem Banner, wahrscheinlich über ein Regierungsozialmediaverbot.

Ermittlungen gegen ÖRR-Blogger Jonas Müller eingestellt – ein Fall mit Folgen

Ermittlungsverfahren gegen Jonas Müller, Betreiber des ÖRR-Blogs, eingestellt

Die Staatsanwaltschaft Bamberg hat das Verfahren wegen angeblicher Beleidigung gegen Jonas Müller eingestellt. Die Vorwürfe standen im Zusammenhang mit seinen Berichten über Hamado Dipama, Mitglied des Rundfunkrats des Bayerischen Rundfunks (BR). Müller zeigte sich erleichtert, nach monatelanger Unsicherheit einen Gerichtsprozess vermieden zu haben.

Eine Notfall-Spendenaktion hatte zuvor 15.000 Euro für seine Anwaltskosten eingesammelt. Auslöser des Falls waren zwei Beiträge in sozialen Medien über Dipama. Die Kontroverse begann Mitte März, als Müller einen amtlichen Brief erhielt, in dem ihm "angeblich rassistische Äußerungen" in Posts auf X (ehemals Twitter) vorgeworfen wurden. Im ersten Beitrag hatte er darauf hingewiesen, dass Dipama einen Instagram-Post der Gruppe Afrokratie gelikt hatte, in dem weiße Menschen zunächst als "Neandertaler" bezeichnet worden waren. Im zweiten Beitrag fragte Müller, ob Dipama seinen Flüchtlingsstatus behalten könne, falls er 2025 nach Burkina Faso zurückkehre.

Müller beschrieb die Ermittlungen als emotional belastend: "Das geht an die Substanz – man beginnt irgendwann, an der eigenen Arbeit zu zweifeln." Gleichzeitig kritisierte er das Justizsystem, das seiner Meinung nach Beschuldigte oft mit hohen Kosten für die Abwehr unbegründeter Beleidigungsvorwürfe belaste.

Nach Monaten der Ungewissheit entschied die Staatsanwaltschaft, den Fall nicht weiterzuverfolgen. Müller begrüßte die Entscheidung: "Wir sind natürlich erleichtert, dass es nicht zu einer Verhandlung kommt."

Mit der Einstellung des Verfahrens entfällt eine mögliche Anklage wegen der umstrittenen Posts. Die durch Crowdfunding gesammelten 15.000 Euro werden nun nicht mehr für die Verteidigung benötigt. Für den ÖRR-Blog-Betreiber endet damit eine belastende Phase – doch die Sorge um rechtliche Risiken für Journalisten bleibt bestehen.

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