"Ende Gelände" legt Ruhrgebiet lahm – Proteste gegen Gasausbau und Rüstungsindustrie
Miriam Wolf"Ende Gelände" legt Ruhrgebiet lahm – Proteste gegen Gasausbau und Rüstungsindustrie
Klimaschutzaktivist:innen der antikapitalistischen Allianz Ende Gelände haben im Ruhrgebiet flächendeckende Proteste gestartet. Seit den frühen Freitagmorgenstunden richten sich Demonstrationen gegen fossile Gasinfrastrukturen, Kraftwerke und Industrieanlagen. Die Gruppe fordert einen Stopp des Gasausbaus und eine beschleunigte Wende hin zu erneuerbaren Energien.
Die Aktionen begannen vor Tagesanbruch mit einer Blockade des Kraftwerks Scholven in Gelsenkirchen, wo ein weiterer Gasblock geplant ist. Aktivist:innen installierten auf dem Gelände Solarpaneele, um symbolisch für grüne Alternativen zu werben. Gleichzeitig unterbrachen andere Protestierende den Betrieb der Friedrich-Wilhelms-Hütte, einer Gießerei des deutsch-französischen Rüstungskonzerns KNDS in Mülheim. Ihr Einsatz fiel gezielt mit dem Schichtwechsel zusammen und führte zu Verzögerungen.
In Hamm zog eine Demonstration in Richtung Hauptbahnhof und trug ein Transparent mit der Aufschrift „Energiekonzerne enteignen“. Eine weitere Gruppe besetzte die Werksgleise von Europipe in Mülheim, Europas größtem Hersteller von Pipelines. Ziel war es, die Produktion für fossile Infrastruktur zu stoppen.
Das Verwaltungsgericht Gelsenkirchen hatte zuvor ein von der Polizei verhängtes Protestverbot für das Kraftwerk Gersteinwerk bestätigt – mit Verweis auf die Gefahr zivilen Ungehorsams. Die Organisator:innen legten Widerspruch ein und passten ihre Pläne an, möglicherweise wird die Auftaktkundgebung nun näher an Hamm stattfinden. Trotz des Rückschlags kündigte Ende Gelände an, die Kampagne fortzusetzen.
Für Samstag wird unter dem Motto „Zukunft statt Gas – Energiewende verteidigen“ eine Großdemonstration mit Tausenden Teilnehmer:innen erwartet. Parallel dazu bereitet die Bundesregierung den Erwerb einer Milliardenbeteiligung am Rüstungskonzern KNDS vor – jenem Unternehmen, das von den Protestierenden ins Visier genommen wurde.
Die Aktionen haben zentrale Industrieanlagen lahmgelegt und die Debatte um den Ausbau fossiler Gase im Ruhrgebiet verschärft. Mit der geplanten Großdemo am Samstag fordern die Aktivist:innen sofortige Klimaschutzmaßnahmen. Die geplante Staatsbeteiligung an KNDS fügt der Diskussion über Energie- und Sicherheitspolitik eine weitere Dimension hinzu.






