Dieter Nuhrs Femizid-Witze entfachen Debatte über Satire und Verantwortung
Luisa BrandtDieter Nuhrs Femizid-Witze entfachen Debatte über Satire und Verantwortung
Der Komiker Dieter Nuhr hat mit seinen jüngsten Witzen über Femizide für Aufsehen gesorgt. Seine in einer ARD-Sondersendung ausgestrahlten Äußerungen wurden weitreichend kritisiert, weil sie Gewalt gegen Frauen verharmlosen. Öffentlich-rechtliche Sender verteidigen seine Auftritte weiterhin als Satire – trotz der massiven Gegenreaktionen.
In seiner jüngsten Fernsehsendung „witzelte“ Nuhr, Parkplätze seien „strukturell zu klein“ für Frauen. Zudem riet er Frauen, ihren Partner vor dem Sex kennenzulernen, um nicht getötet zu werden. Viele empfanden den Humor als weder geistreich noch subtil oder klug.
Nuhr verharmloste das Ausmaß von Femiziden in Deutschland und behauptete, die Wahrscheinlichkeit, dass eine Frau von einem Mann getötet werde, liege „praktisch bei null“. Zwar bezog er sich auf jährliche Opferzahlen von 300 bis 350 Frauen, bestritt jedoch ein strukturelles Problem. Kritiker weisen darauf hin, dass Femizide oft das Ergebnis langjähriger Gewaltmuster, Kontrolle und Frauenfeindlichkeit sind.
Seine Witze verlagern die Schuld von Tätern auf die Opfer – ein Ansatz, der Frauenrechtsaktivistinnen empört. Der Rundfunksender rbb erkannte die Kritik an, betonte jedoch, Nuhrs Programm stehe unter dem Schutz der künstlerischen und satirischen Freiheit. Konsequenzen gab es bisher keine.
Nuhrs „Humor“ setzt Frauen weiterhin als Zielscheibe ein. Öffentlich-rechtliche Sender bieten ihm trotz wachsender Empörung eine Bühne. Die Debatte über die Grenzen von Satire und die Verantwortung von Komikern bleibt damit ungelöst.
