Die PARTEI erobert Kommunalparlamente mit Satire und scharfer Kritik

Admin User
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Ein politischer Cartoon, der eine Gruppe von Menschen in verschiedenenfarbigen Kleidern zeigt, wobei eine Person in der Mitte auf dem Boden liegt, und der Text "Der politische Wettbewerb" unten.Admin User

Die PARTEI erobert Kommunalparlamente mit Satire und scharfer Kritik

Die PARTEI – von der Satire zur lokalen Macht

Die PARTEI, Deutschlands bekannteste Satirepartei, hat in den vergangenen zehn Jahren ihren Einfluss in der Kommunalpolitik stetig ausgebaut. Zwar hält sie im Europäischen Parlament nur zwei Sitze, doch in Universitätsstädten ist sie zunehmend präsent – mit über 100 Mandaten in lokalen Räten bis 2024. Mit einer Mischung aus absurden Forderungen und scharfer politischer Parodie zieht die Gruppe weiterhin junge Wähler in ihren Bann.

Gegründet wurde Die PARTEI 2004 auf Bundesebene, mit Wurzeln im Satiremagazin Titanic, das bis heute als ihr inoffizielles Sprachrohr gilt. Ein Jahr später folgte der Landesverband Baden-Württemberg – der Auftakt für ihren allmählichen Aufstieg in studentisch geprägten Regionen.

Seit 2014 erringt die Partei regelmäßig Sitze in Kommunalparlamenten, vor allem in Städten wie Heidelberg, Göttingen und Freiburg. Allein in Göttingen holte sie 2021 fünf Ratsmandate, während aktuelle Erfolge in Freiburg (2024) und anderen Universitätsstädten ihre Gesamtzahl auf über 100 lokale Mandate steigen ließen. Zwar zog sie noch nie in einen Landtag ein, doch ihr Stimmenanteil bei Landes- und Bundestagswahlen pendelt zwischen 0,4 und 1,4 Prozent.

Ihre Kampagnen leben von überzogenen Vorschlägen wie der "Wehrpflicht ab 65" oder einer "Ausgangssperre für Männer ab 16 ab 21 Uhr". Solche Provokationen, kombiniert mit einem satirischen Umgang mit parlamentarischer Arbeit, haben ihren Ruf als politischer Störenfried gefestigt. Martin Sonneborn, ehemaliger Titanic-Chefredakteur, vertritt Die PARTEI seit 2014 im Europäischen Parlament.

Vor den Landtagswahlen 2026 will die Partei ihre Strategie weiterverfolgen: Reale Debatten in groteske Forderungen umdeuten. Damit soll die vermeintliche Absurdität der etablierten Politik bloßgestellt werden – und gleichzeitig die eigene Anhängerschaft bei Laune gehalten werden.

Bisher bleibt das Wachstum der PARTEI auf Kommunalparlamente beschränkt, besonders dort, wo junge, politisch aktive Bevölkerungsgruppen dominieren. Ohne Sitze in Landtagen wirkt sie vor allem auf kommunaler Ebene und in der europäischen Politik. Ob es ihr gelingt, ihren satirischen Ansatz in breitere Wahlerfolge umzumünzen, wird über ihre Zukunft entscheiden.