Deutsche Bahn plant radikale Umstrukturierung – 6.200 Jobs bei DB Cargo gestrichen
Noah FrankeDeutsche Bahn plant radikale Umstrukturierung – 6.200 Jobs bei DB Cargo gestrichen
Die Deutsche Bahn hat unter der Führung von Vorstandsvorsitzender Evelyn Palla weitreichende Änderungen angekündigt, um die Effizienz und finanzielle Stabilität des Unternehmens zu verbessern. Trotz eines Umsatzanstiegs um drei Prozent auf 27 Milliarden Euro verzeichnete der Konzern im vergangenen Jahr einen Nettoverlust von 2,3 Milliarden Euro. Nun sollen Einsparungen und Umstrukturierungen die langfristige Rentabilität sichern.
Die finanziellen Probleme des Bahnkonzerns halten an: Hohe Abschreibungen im Fernverkehr trieben den Verlust nach Steuern auf 2,3 Milliarden Euro. Zwar verbesserte sich das operative Ergebnis leicht auf 297 Millionen Euro, doch warnte Palla vor sinkenden Einnahmen in den kommenden Jahren – bedingt durch umfangreiche Sanierungsarbeiten, die bis 2036 andauern werden.
Die Umstrukturierung läuft bereits. Palla hat den Vorstand verkleinert und Führungskräfte abberufen; weitere Änderungen sind noch in diesem Jahr geplant. Bei DB Cargo sollen 6.200 der 25.000 Arbeitsplätze gestrichen werden, zudem wurden unrentable Transportleistungen eingestellt.
Um die Leistung zu steigern, strebt die Deutsche Bahn bis 2029 eine Pünktlichkeitsquote von 70 Prozent im Fernverkehr an. Geplant sind mehr Zugverbindungen und zusätzliches Sicherheitspersonal. Kritiker bemängeln jedoch, dass neue Konzepte wie "Joker-Gleise" oder "flexible Abfahrten" die Kapazitäten an Bahnhöfen verringern und die Zuverlässigkeit des Betriebs beeinträchtigen könnten.
Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder hat zudem 22 Maßnahmen vorgeschlagen, um die Pünktlichkeit im gesamten Schienennetz zu erhöhen. Gleichzeitig verschob Palla die Festlegung eines neuen Fertigstellungstermins für den Bahnknoten Stuttgart 21 auf den Sommer.
Im Fokus der Bahn-Pläne stehen Kostensenkungen, Serviceverbesserungen und langfristige Umstrukturierungen. Trotz anhaltender finanzieller Herausforderungen bleibt das Unternehmen entschlossen, Pünktlichkeit und Effizienz zu steigern. Weitere Updates zu Großprojekten wie Stuttgart 21 werden in den kommenden Monaten erwartet.






