14 March 2026, 18:09

Das "Schwasi" lebt weiter – als Kunstwerk aus der Originalwand der Kultbar

Ein altes, detailliertes Stadtplan von München, Deutschland auf schwarzem Hintergrund, der Straßen, Gebäude, Sehenswürdigkeiten und Texte mit Straßennamen und Sehenswürdigkeiten zeigt.

Das "Schwasi" lebt weiter – als Kunstwerk aus der Originalwand der Kultbar

Ein Stück des legendären Münchner Nachtlebens kehrt als Kunstwerk zurück. Die "Schwabinger 7" – einst die berühmteste Bar der Stadt – lebt in einem Gemälde des Künstlers Rupert Dorrer weiter. Das Werk, das aus einer Originalwand der Bar gefertigt wurde, wird bald in Bruckmühl dauerhaft ausgestellt.

Das "Schwasi", wie es liebevoll genannt wurde, war jahrzehntelang ein Kult-Treffpunkt. Sein Abriss markierte das Ende einer Ära, doch seine Erinnerung bleibt auf unerwartete Weise lebendig.

Der Münchner Künstler Rupert Dorrer rettete vor dem Abriss des Gebäudes ein Stück der "Schwasi"-Wand. Daraus schuf er ein Mixed-Media-Gemälde mit den Maßen 140 cm Breite und 72 cm Höhe. Das Werk wurde zunächst versteigert, dann von Denn's Biomarkt erworben und schließlich langfristig an eine Galerie in Bruckmühl verliehen.

Für Dorrer trägt das Kunstwerk eine tiefere Bedeutung: Es stehe als Symbol der Vergänglichkeit, so der Künstler, und fange die Flüchtigkeit von Orten und Erinnerungen ein. Die offizielle Enthüllung findet am Montag um 11 Uhr statt – unter der Schirmherrschaft des Bruckmühler Bürgermeisters.

Derweil hat der Standort der alten "Schwabinger 7" neues Leben erhalten. Zwar sind Details über das ursprüngliche Gebäude rar, doch an der Feilitzschstraße 7 residiert nun Burgermeister, eine Berliner Burgerkette, die sich in ganz Deutschland ausbreitet. Den Mietvertrag vermittelte CITYJUNG Real Estate, was die sich wandelnde Atmosphäre der Straße unterstreicht.

Für die einstigen Stammgäste des "Schwasi" gibt es dennoch Kontinuität: Gerd "Manila" Waldhauser, der ehemalige Wirt der Bar, trifft sich noch immer mit Dorrer im "Grünen Eck", einer nahegelegenen Kneipe. Das "Grüne Eck" selbst ist seit über 50 Jahren ein Treffpunkt für Stammgäste und hat viele Wandlungen des Münchner Nachtlebens überdauert.

Das Gemälde wird ein bleibendes Denkmal für die "Schwabinger 7" sein – eine Bar, die einst die alternative Szene Münchens prägte. Durch die Ausstellung in Bruckmühl lebt das Erbe des "Schwasi" weiter, selbst wenn der ursprüngliche Ort heute eine neue Identität annimmt. Die Enthüllung des Kunstwerks markiert zugleich ein Ende und eine Fortsetzung: ein Stück Geschichte, bewahrt in neuer Form.

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