14 June 2026, 14:05

Bundeswehr will bis 2035 auf 255.000 Soldat:innen wachsen – doch die Debatte spaltet

"Unfollow Bundeswehr"

Bundeswehr will bis 2035 auf 255.000 Soldat:innen wachsen – doch die Debatte spaltet

Die deutsche Bundeswehr baut ihre Truppenstärke aus und plant, bis 2035 mindestens 255.000 aktive Soldatinnen und Soldaten zu erreichen. Aktuell zählt die Armee knapp 186.000 Angehörige – damit wird das für 2026 gesetzte Mindestziel bereits jetzt erfüllt. Die Aufstockung erfolgt vor dem Hintergrund einer bundesweit intensiv geführten Debatte über Wehrpflicht und allgemeine Dienstpflicht.

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Seit Jahresbeginn sind junge Männer, die am oder nach dem 1. Januar 2008 geboren wurden, verpflichtet, einen Fragebogen zur militärischen Erfassung auszufüllen. Doch bis Anfang Mai blieben etwa ein Viertel dieser Meldungen unvollständig, was für die Betroffenen das Risiko von Bußgeldern birgt.

Wegen begrenzter Kapazitäten lädt die Bundeswehr zunächst nur Freiwillige zu den grundlegenden Eignungstests ein, umgangssprachlich als „Eierkornrollgriff“ bekannt. Dieses Vorgehen hat Kritik und Widerstand aus Teilen der Politik ausgelöst. Heidi Reichinnek, Vorsitzende der Linksfraktion im Bundestag, ruft junge Menschen dazu auf, sich der militärischen Erfassung zu widersetzen, und erklärt: „Nein zum Wehrdienst, nein zur Militarisierung und nein zu einer Regierung, die Entscheidungen gegen euch und ohne euch trifft!“ Gleichzeitig wirbt sie mit einem Anti-Wehrpflicht-Festival gezielt um diese Zielgruppe.

Daniel Lücking, militärpolitischer Berater der Linken und ehemaliger Soldat, hält die Wehrpflicht für überholt. Er verweist darauf, dass moderne Bedrohungen wie Sabotageakte weitaus größere Schäden in Millionenhöhe anrichten könnten als klassische Militärdienstleistungen. Unterdessen schlägt Bodo Ramelow, Vizepräsident des Bundestags, vor, die Schulpflicht um ein „soziales Jahr“ zu erweitern, das etwa in der medizinischen Versorgung, bei Feuerwehren oder auch bei der Bundeswehr abgeleistet werden könnte. Reichinnek räumt zwar ein, dass eine Diskussion über gerechtere Berufschancen notwendig sei, lehnt Wehrpflicht und Dienstverpflichtung für ihre Partei jedoch weiterhin kategorisch ab.

Die Ausbaupläne der Bundeswehr schreiten voran, doch bleiben Herausforderungen bestehen. Verzögerungen bei der Erfassung und politischer Widerstand verdeutlichen die Komplexität moderner Militärdienstleistungen. Die Regierung muss diese Probleme angehen, um ihre Ziele fristgerecht zu erreichen.

Quelle