Braunschweigs Händler kämpfen mit jahrelangen Baustellen und fehlender Hilfe
Miriam WolfBraunschweigs Händler kämpfen mit jahrelangen Baustellen und fehlender Hilfe
Lokale Unternehmen in Braunschweig leiden unter langwierigen Bauarbeiten
Einzelhändler und Gewerbetreibende in Braunschweig kämpfen mit den Folgen andauernder Bauarbeiten in zentralen Lagen. Die Einschränkungen am Hagenmarkt, am Bültenweg und in der Helmstedter Straße führen zu weniger Passantinnen und Passanten, Parkplätze fallen weg, und Kunden haben schlechteren Zugang zu den Geschäften. Ein Antrag zur Wiedereinführung eines Baustellenfonds, der betroffene Händler unterstützen soll, wurde nun im Stadtrat eingebracht.
Die BIBS-Gruppe und Stadtrat Robert Glogowski hatten die Initiative für die Reaktivierung des Fonds gestartet. Glogowski argumentierte, die Stadt schade mit den Bauarbeiten den Unternehmen, und es brauche dringend Hilfe. Doch obwohl der Fonds formal besteht, sind keine Mittel vorgesehen – der Haushalt der Stadt ist zu knapp. Einige Ratsmitglieder hielten den Vorschlag ohnehin für die falsche Lösung.
Kurz vor der Ratssitzung brachten SPD, CDU und die Grünen noch einen Änderungsantrag ein, der statt Soforthilfen auf langfristige Lösungen setzte. Die Vorlage sah vor, auf Basis früherer Erfahrungen zu prüfen, wie die Unterstützung für von langwierigen Baustellen betroffene Betriebe verbessert werden kann.
In der Debatte betonte Bianca Braunschweig von den Grünen die Notwendigkeit, die Infrastruktur für eine nachhaltige Förderung der Wirtschaft zu stärken. Maximilian Pohler (CDU) räumte zwar das „Bauchaos“ ein, kritisierte aber, Glogowskis Antrag gehe am Kern des Problems vorbei. Stefan Wirtz (AfD) monierte, der Änderungsantrag komme zu spät und ändere für die Unternehmen jetzt nichts.
Der Änderungsantrag wurde angenommen und verwässerte damit den ursprünglichen Vorschlag deutlich. Die Ergebnisse der Prüfung sollen nun in die zuständigen Ausschüsse des Rates einfließen, bevor im Haushaltsjahr 2027/2028 darüber entschieden wird.
Der Rat wird die Erkenntnisse aus der Analyse im Vorfeld künftiger Haushaltsverhandlungen auswerten. Erst dann wird sich zeigen, ob es zusätzliche Fördergelder oder andere Maßnahmen für die von Bauarbeiten betroffenen Betriebe geben wird. Eine unmittelbare Entlastung bleibt damit aus – stattdessen wird an einem möglichen langfristigen Konzept gearbeitet.
