Boris Palmer bleibt Tübingens Oberbürgermeister – und sagt Nein zur Landesregierung
Luisa BrandtStreit um Ministerpost: Palmer will Tübingen-Mayor bleiben - Boris Palmer bleibt Tübingens Oberbürgermeister – und sagt Nein zur Landesregierung
Tübingens Oberbürgermeister Boris Palmer hat bekannt gegeben, dass er in seinem aktuellen Amt bleiben wird. Seine Entscheidung fällt nach wochenlanger Spekulation über eine mögliche Ministerposition in der nächsten Landesregierung Baden-Württembergs.
Palmer bestätigte die Nachricht gegenüber der Deutschen Presse-Agentur (dpa) und informierte seinen Grünen-Parteikollegen Cem Özdemir persönlich.
Die Unsicherheit über Palmers Zukunft begann nach der Landtagswahl im März 2026. Die Grünen gingen als stärkste Kraft mit 30,2 Prozent der Stimmen hervor und sicherten sich 56 Sitze. Die CDU folgte knapp mit 29,7 Prozent, während die SPD die Fünf-Prozent-Hürde nur knapp übersprang. Die AfD landete auf Platz drei, legte zu, verfügte aber nicht über genug Stimmen, um die bestehende Koalition zu gefährden.
Bei insgesamt 157 Sitzen im Landtag setzten Grüne und CDU ihre seit 2016 bestehende Partnerschaft fort. Ein Bündnis aus Grünen und SPD hätte die für eine Mehrheit notwendigen 78 Sitze verfehlt. Vor diesem Hintergrund war Palmer wiederholt als möglicher Kandidat für ein Regierungsamt gehandelt worden.
Doch nun hat sich der Oberbürgermeister für Tübingen entschieden. Seine Bestätigung gegenüber der dpa und die direkte Information an Özdemir beenden die Spekulationen.
Palmers Entscheidung bedeutet, dass er die Stadt Tübingen weiterführen wird, statt in die Landesregierung einzutreten. Die Grünen und die CDU werden ihre Koalition mit einer stabilen Mehrheit im Parlament fortsetzen. Die Weichenstellung des Oberbürgermeisters reduziert die Unsicherheit bei den laufenden Personalentscheidungen für die Ministerposten.