Boris Palmer bleibt Tübingen treu – trotz Özdemirs Kabinettspläne
Boris Palmer, Tübingens parteiloser Oberbürgermeister, hat mit Cem Özdemir über eine mögliche Kabinettsposition gesprochen. Özdemir, der designierte Nachfolger von Winfried Kretschmann, hat bisher keine Ministerernennung bestätigt. Palmer hingegen hat deutlich gemacht, dass er in seinem aktuellen Amt bleiben will.
Palmer verließ die Grünen im Mai 2023, pflegt jedoch weiterhin enge Kontakte zur pragmatischen Realos-Fraktion der Partei. Seitdem bleibt er Tübingens Oberbürgermeister und setzt sich vor allem für Klima- und Entwicklungspolitik ein, vertritt dabei aber eine strengere Haltung in den Bereichen Migration und Sicherheit.
Während des Landtagswahlkampfs 2026 in Baden-Württemberg trat er gemeinsam mit Özdemir auf und stärkte so dessen öffentliches Profil. Die beiden verbindet eine langjährige Freundschaft – Palmer traute Özdemir sogar bei dessen Hochzeit. Trotz dieser engen Beziehung betont er jedoch seine Verpflichtung gegenüber Tübingen und schließt einen Wechsel in die Landesregierung aus.
Eine offizielle Bekanntgabe über eine Kabinettsrolle steht noch aus. Palmers Entscheidung, in Tübingen zu bleiben, bedeutet, dass seine politische Zukunft weiterhin mit der Kommunalpolitik verknüpft bleibt. Die Gespräche mit Özdemir unterstreichen jedoch seinen anhaltenden Einfluss auf die politische Landschaft des Landes.