Biennale Venedig 2025: Boykott-Aufruhr erschüttert die Kunstwelt und verzögert Goldene Löwen
Noah FrankeBiennale Venedig 2025: Boykott-Aufruhr erschüttert die Kunstwelt und verzögert Goldene Löwen
Die Biennale Venedig 2025 gerät in Aufruhr, nachdem eine internationale Jury einen Boykott gegen Länder ankündigte, deren Führungspersönlichkeiten der Verbrechen gegen die Menschlichkeit beschuldigt werden. Die Maßnahme richtet sich direkt gegen Israel und Russland und hat Rücktritte sowie Verzögerungen bei der Vergabe wichtiger Preise ausgelöst. Die diesjährige Ausgabe steht unter dem Motto „In Moll“ und wird von der Generaldirektorin Koyo Kouoh kuratiert. Sie umfasst 100 nationale Pavillons, 111 Künstler:innen sowie 31 Begleitausstellungen.
Der Streit eskalierte, als alle fünf Jurymitglieder aus Protest zurücktraten und die Organisatoren gezwungen waren, die Verleihung der Goldenen Löwen zu verschieben. Stattdessen wird eine neue Kategorie namens „Publikumslöwen“ eingeführt, bei der die Besucher:innen über die Preisträger:innen abstimmen können. Sowohl die Biennale-Stiftung als auch die italienische Regierung lehnen den Boykott ab und warnen vor politischer Einmischung in die Kulturveranstaltung.
Portugals Beitrag, „RedSkyFalls“ des Künstlers Alexandre Estrela, ist im Palazzo Fondaco Marcello zu sehen. Estrela hat sich öffentlich gegen die Teilnahme Russlands und Israels ausgesprochen. Auch Brasilien und Osttimor vertreten in diesem Jahr die lusophone Welt auf der Biennale.
Israels Ausstellung „Rose des Nichts“ wird von Michael Gov gemeinsam mit Avital Bar-Shay und Sorin Heller kuratiert. Der russische Pavillon präsentiert unterdessen „Der Baum hat seine Wurzeln im Himmel“, kuratiert von Anastasiia Karneeva.
Der Boykott hat die Biennale 2025 grundlegend verändert: Preise werden verschoben, der Fokus liegt nun auf der Abstimmung des Publikums. Trotz des politischen Streits geht die Veranstaltung mit über 100 nationalen Pavillons und mehr als 100 beteiligten Künstler:innen weiter. Die Organisator:innen stehen nun vor der Herausforderung, künstlerische Freiheit mit den ethischen Bedenken der Teilnehmenden in Einklang zu bringen.






