21 June 2026, 02:07

Berliner Enteignungsdebatte spaltet Politik vor der Wahl

Bundesbauministerin lehnt Berlins Enteignungspläne ab

Berliner Enteignungsdebatte spaltet Politik vor der Wahl

Die Debatte über die Vergesellschaftung großer Wohnungsunternehmen in Berlin ist im Wahlkampf wieder aufgeflammt. 2021 stimmten bei einem Volksentscheid fast 59 Prozent der Wähler für die Idee, Unternehmen mit mehr als 3.000 Wohnungen in der Stadt zu enteignen.

Philmon Ghirmai, Landesvorsitzender der Grünen in Berlin, hat die Unterstützung seiner Partei für die Initiative „Deutsche Wohnen & Co enteignen“ erneut bekräftigt. Das Vorhaben zielt darauf ab, große private Immobilienfirmen in öffentliches Eigentum zu überführen.

Bundesbauministerin Verena Hubertz (SPD) lehnte die Pläne kategorisch ab. Sie argumentierte, dass eine Vergesellschaftung der Wohnungsunternehmen nicht zum Bau neuer Wohnungen führen werde. Hubertz warnte zudem, die laufende Debatte sorge bereits für Verunsicherung im Wohnungssektor und betonte, dass bundesweit mehr Wohnraum geschaffen werden müsse, um bezahlbare Mieten zu sichern.

Auch Theresa Schopper, die grüne Bauministerin Baden-Württembergs, sprach sich gegen die Berliner Pläne aus. Sie rief die künftige Stadtregierung auf, sich stattdessen auf andere Prioritäten zu konzentrieren – etwa den Wohnungsbau auszuweiten, um den Marktdruck zu verringern. Schopper fügte hinzu, dass drastische Markteingriffe das Vertrauen von Unternehmen in Deutschland als Wirtschaftsstandort untergraben könnten.

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Die Initiative bleibt ein umstrittenes Thema in der Berliner Politik. Während die einen auf Vergesellschaftung drängen, argumentieren Gegner, sie werde den Wohnungsmangel nicht lösen und könnte das Vertrauen von Investoren erschüttern. Das Ergebnis der Debatte könnte die künftige Wohnungsbaupolitik der Stadt nach der Wahl prägen.

Quelle