Berliner Antisemitismus-Skandal: Chialo und Wedl-Wilson unter neuem Ermittlungsdruck
Noah FrankeBerliner Antisemitismus-Skandal: Chialo und Wedl-Wilson unter neuem Ermittlungsdruck
Die parlamentarischen Untersuchungen zum Berliner Skandal um die Vergabe von Mitteln zur Bekämpfung von Antisemitismus nehmen weiter an Fahrt auf. Schlüsselfiguren wie der ehemalige Kulturstaatssekretär Joe Chialo geraten dabei erneut unter Druck, ihre Rolle in der Affäre zu erklären. Die Ermittlungen waren im Dezember 2025 eingeleitet worden, nachdem Vorwürfe wegen unsachgemäßer Mittelverteilung bekannt geworden waren.
Den Anstoß für den Untersuchungsausschuss gab ein gemeinsamer Antrag der Grünen und der Linken. Sie warfen Chialo und seiner Nachfolgerin Sarah Wedl-Wilson vor, Gelder nach intransparenter Maßgabe vergeben zu haben. Der Berliner Rechnungshof stufte die Förderung später in einem Bericht als „offensichtlich rechtswidrig“ ein.
Chialo, eine der zentralen Figuren des Skandals, war bereits früher zurückgetreten, hatte als Grund jedoch Haushaltskürzungen angeführt. Auch Wedl-Wilson legte ihr Amt nieder, nachdem sie die umstrittenen Mittel freigegeben hatte. Beide bestreiten, direkt in Fehlverhalten verwickelt gewesen zu sein.
Die CDU-Abgeordneten Dirk Stettner und Christian Goiny hatten bei ihrer Aussage im April zunächst jeden unzulässigen Einfluss von sich gewiesen. Nun sollen sie im Rahmen der vertieften Ermittlungen erneut vernommen werden.
Der Untersuchungsausschuss wird sich weiter mit den Rollen von Chialo, Wedl-Wilson und den CDU-Politikern befassen. Die Erkenntnisse des Rechnungshofs sowie die laufenden Zeugenaussagen deuten auf ein langwieriges Verfahren hin. Der Skandal hat bereits zu prominenten Rücktritten geführt und die politische Debatte weiter angeheizt.






