Bahnstrecke Hamburg–Berlin nach monatelanger Sanierung wieder offen – doch die Probleme bleiben
Miriam WolfBahnstrecke Hamburg–Berlin nach monatelanger Sanierung wieder offen – doch die Probleme bleiben
Die Bahnstrecke Hamburg–Berlin ist nach einer langen Sperrung wieder in Betrieb gegangen. Die Wiedereröffnung erfolgte Mitte Juni – sechs Wochen später als ursprünglich geplant. Pendler hatten monatelang mit Einschränkungen während der umfangreichen Sanierungsarbeiten zu kämpfen.
Ursprünglich sollte die Strecke bereits Anfang Mai wieder freigegeben werden. Doch anhaltender Frost im Januar und Februar führte zu erheblichen Verzögerungen. In der Folge verlängerte sich die Sperrung auf zehn Monate – deutlich länger als vorgesehen.
Während der Bauarbeiten wurden Fernzüge über Stendal und Uelzen umgeleitet. Regionalreisende mussten auf Ersatzbusse ausweichen. Die Sanierung selbst kostete rund 2,7 Milliarden Euro – 500 Millionen Euro mehr als ursprünglich veranschlagt.
Ein zusätzlicher Puffer von etwa 300 Millionen Euro wurde aufgrund der Rückschläge vollständig aufgebraucht. Selbst nach der Wiedereröffnung gab es weiterhin Probleme: Aufzüge fielen aus, Züge fuhren nicht nach Plan. Zudem konnte das neue europäische Zugsicherungssystem (ETCS) nicht installiert werden, was eine weitere längere Vollsperrung in der Zukunft erforderlich macht.
Die verlängerte Sperrung und die steigenden Kosten haben Kritik an der Strategie umfassender Generalsanierungen laut werden lassen. Fahrgäste müssen nun mit weiteren Beeinträchtigungen rechnen, wenn das ETCS-System schließlich eingebaut wird. Die finanziellen und betrieblichen Herausforderungen des Projekts hinterlassen bleibende Spuren auf der Strecke.
