Baden-Württemberg testet Waldprojekte gegen Dürren und Überschwemmungen
Noah FrankeBaden-Württemberg testet Waldprojekte gegen Dürren und Überschwemmungen
Wälder spielen eine entscheidende Rolle bei der Wasserregulierung und der Kühlung der Luft – besonders angesichts des Klimawandels, der immer häufiger extremes Wetter mit sich bringt. In Baden-Württemberg werden nun Pilotprojekte gestartet, die untersuchen, wie sich die Wasserspeicherung in Wäldern verbessern lässt. Ziel ist es, Städte vor Überschwemmungen zu schützen und gleichzeitig die Ökosysteme zu stärken.
Wälder regulieren auf natürliche Weise den Wasserhaushalt: Ihre Blätter geben Feuchtigkeit ab, kühlen die Luft und schaffen im Sommer ein erfrischendes Mikroklima. Zudem tragen Bäume zur Wolkenbildung bei, was lokale Niederschläge begünstigen kann. Unter der Erde wirkt der Waldboden wie ein Schwamm – er saugt Regenwasser auf und gibt es langsam wieder ab, wodurch Erosion und Sturzfluten verhindert werden.
Das durch den Waldboden gefilterte Wasser speist als sauberes Grundwasser die Trinkwasservorräte. Doch angesichts häufigerer Dürren und Starkregen betonen Fachleute die Bedeutung widerstandsfähiger Mischwälder. Diese vielfältigen Waldgebiete kommen mit extremen Wetterbedingungen besser zurecht als Monokulturen.
Das Forstliche Forschungsinstitut Baden-Württemberg leitet nun Pilotprojekte, in denen verschiedene Methoden zur Wasserrückhaltung erprobt werden. Dazu gehören die Optimierung der Entwässerung entlang von Waldwegen sowie die Speicherung von Oberflächenabfluss in kleinen Becken. Wissenschaftler:innen überwachen die Versuche, um zu ermitteln, welche Ansätze am wirksamsten sind.
Forstminister Peter Hauk unterstreicht die Bedeutung von Mischwäldern für den Wasserhaushalt. Diese trügen insbesondere im Winter, wenn die Niederschläge gleichmäßiger fallen, zur Grundwasserneubildung bei.
Die Pilotprojekte sollen Daten liefern, wie Wälder Wasser besser speichern und gezielt abgeben können. Bei Erfolg könnten die Maßnahmen das Überschwemmungsrisiko für angrenzende Gemeinden verringern – und langfristig die Grundwasserversorgung in einem sich wandelnden Klima sichern.






