24 March 2026, 04:08

Apothekenverband wirft Regierung gebrochene Versprechen vor und droht mit Streiks

Ein Plakat mit der Aufschrift "In 2022 hat Big Pharma Amerikaner zwei bis drei Mal so viel für dieselben Medikamente berechnet wie in anderen Ländern" unten, mit ein paar Flaschen und einer Spritze.

Apothekenverband wirft Regierung gebrochene Versprechen vor und droht mit Streiks

Dr. Stefan Hartmann, Vorsitzender des Bundesverbands Deutscher Apothekenkooperationen (BVDAK), hat die Koalitionsregierung scharf kritisiert, weil sie versprochene Gebührenerhöhungen für Apotheken nicht umsetzt. Bei einer aktuellen Veranstaltung setzte er sich zudem für eine stärkere Verbreitung des GmbH-Geschäftsmodells ein und argumentierte, dass Vorurteile dessen Entwicklung bremsen. Von den rund 16.000 bis 17.000 Apotheken in Deutschland stehen viele unter finanziellem Druck und kämpfen mit Nachfolgeproblemen.

Hartmann warf der Regierung vor, Zusagen zur Gebührenanpassung nicht einzuhalten, und warnte, dass weitere Verzögerungen zu Streiks unter Apothekern führen könnten. Er rief Apothekeninhaber, Landesverbände und Bundesgremien auf, sich im Parlament für gerechtere Finanzierungsstrukturen einzusetzen.

Die Mitmoderatorin Clara Hartmann unterstützte diese Forderungen und betonte die Notwendigkeit verlässlicher Gebührensysteme. Zudem forderte sie klarere Wettbewerbsregeln zwischen klassischen Apotheken, Versandapotheken und Online-Anbietern. Beide Referenten waren sich einig, dass die aktuellen Vorschriften stationäre Apotheken benachteiligen.

Zur Zukunft der Apotheken sprach sich Hartmann für eine Ausweitung der Beratungsleistungen, Präventionsangebote und erweiterte pharmazeutische Dienstleistungen aus. Er mahnte die Branche, sich weiter zu spezialisieren und eine zentralere Rolle im Gesundheitswesen einzunehmen. Auch die Nachfolgeplanung sei ein dringendes Thema – Clara Hartmann hob hervor, wie wichtig es ist, jüngeren Apothekern Perspektiven zu eröffnen.

Zum GmbH-Modell räumte Hartmann mit der Befürchtung auf, es könne externe Eigentümer ermöglichen, was nach deutschem Apothekenrecht weiterhin verboten bleibt. Stattdessen betonte er, dass diese Rechtsform Haftungsvorteile biete, während die Kontrolle in den Händen der Apotheker bleibe. Er kritisierte Berufsverbände dafür, das Modell nicht aktiver zu bewerben, und führte die Skepsis auf Unwissen – nicht auf rechtliche Hürden – zurück.

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Die Forderungen des BVDAK kommen zu einer Zeit, in der der deutsche Apothekensektor unter finanzieller Belastung und regulatorischer Unsicherheit leidet. Ohne Gebührenerhöhungen oder klarere Wettbewerbsregeln könnten traditionelle Apotheken im Wettbewerb mit digitalen Anbietern und Versandapotheken weiter ins Hintertreffen geraten. Gleichzeitig deutet die Debatte um das GmbH-Modell und erweiterte Dienstleistungen auf einen möglichen Wandel hin – weg von klassischen Strukturen, hin zu einer stärkeren Verankerung der Apotheken im Gesundheitssystem.

Quelle