23 March 2026, 18:09

Apothekenreform: Verhandlungen starten nach monatelangem Streit über Honorare und Digitalisierung

Plakat mit der Aufschrift "Verringerung der Arzneimittelkosten unter der Biden-Harris-Regierung" mit Text und Logo.

Apothekenreform: Verhandlungen starten nach monatelangem Streit über Honorare und Digitalisierung

Verhandlungen über Apothekenreform in Deutschland starten nächste Woche nach monatelangen Diskussionen

In der kommenden Woche beginnen die Verhandlungen über die Reform des deutschen Apothekenwesens, nachdem das Thema monatelang kontrovers debattiert wurde. Zu den zentralen Streitpunkten zählen ein pauschales Honorarsystem für Apotheken, der digitale Zugriff auf Patientendaten sowie die Beschränkung des Versandhandels. Simone Borchardt, Abgeordnete der CDU, bestätigte, dass die Gespräche nun in die parlamentarische Phase eintreten.

Der Reformdruck hatte 2022 an Fahrt aufgenommen, als steigende Kosten und die voranschreitende Digitalisierung traditionelle Apotheken unter Druck setzten. Die ABDA, die Standesvertretung der Apotheker, schlug 2023 eine monatliche Pauschale von 5.000 bis 7.000 Euro pro Apotheke vor. Die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) hingegen favorisierte ein Modell, das sich an Patientenzahlen und regionalen Bedürfnissen orientiert. Ein Entwurf des Gesundheitsministeriums aus dem Jahr 2025 sah einen Mischansatz vor – mit festen Sätzen und leistungsabhängigen Zahlungen –, doch bis März 2026 konnte keine Einigung erzielt werden.

Ein weiterer Knackpunkt ist die sogenannte Null-Retaxationsregel, die Apotheken daran hindert, für bestimmte Leistungen Zusatzgebühren zu erheben. Borchardt betonte zudem, wie wichtig es sei, Medikamente aus dem Sortiment von Drogeriemärkten fernzuhalten und den Marktzugang für ausländische Online-Apotheken zu blockieren. Priorität hat außerdem die Forderung, Apothekern vollen Lese- und Schreibzugriff auf die elektronische Patientenakte (ePA) zu gewähren, um Rezepturfehler zu reduzieren.

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Noch ungeklärt ist die Rolle der Pharmazeutisch-technischen Assistenten (PTA) bei Entscheidungsprozessen. Da bisher keine konkreten Gesetzesänderungen vorliegen, werden sich die Abgeordneten in den nächsten Wochen mit diesen Themen befassen.

Ab kommender Woche stehen vor allem Finanzierungsmodelle, der digitale Datenzugriff und Marktregulierungen auf der Agenda. Das Ergebnis der Verhandlungen wird maßgeblich prägen, wie Apotheken in Deutschlands sich wandelndem Gesundheitssystem agieren und konkurrieren können. Eine finale Einigung steht weiterhin aus, während die Diskussionen nun in die parlamentarische Phase übergehen.

Quelle