27 March 2026, 02:08

Apotheken verschenken Gewinne durch fehlende digitale Preispolitik

Ein Apothekenregal voller verschiedener Medikamente, darunter Schachteln und andere Gegenstände, ordentlich aufgestapelt.

Apotheken verschenken Gewinne durch fehlende digitale Preispolitik

Deutsche Apotheken stehen unter wachsendem finanziellen Druck. Viele setzen die Preise für rezeptfreie Produkte noch immer nach Gefühl statt auf Basis von Daten fest – und verschenken so mögliche Einsparungen. Branchenexperten betonen nun, dass bessere interne Abläufe, darunter eine klügere Preispolitik, die Lage entspannen könnten, noch bevor regulatorische Entlastungen greifen.

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Die meisten Apotheken passen die Preise für frei verkäufliche Arzneimittel nur selten an und verlassen sich dabei oft auf Schätzungen. Wie der Branchendienst Apomarkt berichtet, nutzen gerade einmal 20 Prozent digitale Tools zur Preisanalyse oder -darstellung – obwohl die Vorteile offensichtlich sind. Eine Kölner Apotheke, die ein strukturiertes digitales Preismanagement einführte, verzeichnete sofortige Verbesserungen: weniger manuelle Fehler, transparente Rabattgestaltung und eine spürbare Entlastung des Personals.

Pharmazieberater Robert Fries warnt davor, sich auf kurzfristige regulatorische Lösungen zu verlassen – etwa auf die lange erwartete Erhöhung der Abgabegebühren für verschreibungspflichtige Medikamente. Stattdessen rät er den Apotheken, sich auf interne Steuerungsmöglichkeiten zu konzentrieren. Dazu gehören klare Arbeitsabläufe, eine effiziente Organisation der Betriebsprozesse und ein zielgerichtetes Produktmarketing. Eine durchdachte Preissstrategie, gestützt durch digitale Hilfsmittel, kann zudem verborgene Umsatzchancen und Margenlücken aufdecken.

Auch regelmäßige Preisüberprüfungen werden empfohlen. Durch systematische Anpassungen lassen sich finanzielle Spielräume schaffen, ohne das Vertrauen der Kunden zu gefährden. Fries betont jedoch, dass neue Preissysteme in den Arbeitsalltag integriert werden müssen. Fehlen fest etablierte Prozesse, verpuffen selbst die besten Anpassungen oft wirkungslos.

Die Branche wartet weiterhin auf höhere Abgabegebühren, doch Experten sind sich einig: Interne Veränderungen bringen schneller Ergebnisse. Digitales Preismanagement, transparente Arbeitsabläufe und kontinuierliche Überprüfungen bieten Wege, um Kosten zu senken und Margen zu steigern. Bisher setzen jedoch nur wenige Apotheken auf diese Instrumente – hier liegt noch großes Verbesserungspotenzial.

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