AfD verliert Stimmen nach Briefwahl-Auszählung in Rheinland-Pfalz – doch warum?
Luisa BrandtAfD verliert Stimmen nach Briefwahl-Auszählung in Rheinland-Pfalz – doch warum?
Ein Facebook-Nutzer hat Bedenken wegen möglicher Wahlfälschung bei der Landtagswahl in Rheinland-Pfalz geäußert. Der Vorwurf kam auf, nachdem der Stimmenanteil der Alternative für Deutschland (AfD) nach der Auszählung der Briefwahlstimmen gesunken war. Erste Hochrechnungen hatten die Partei noch bei 20 Prozent gesehen, doch später fiel der Wert auf 19,5 Prozent.
Die Landeswahlleitung betonte, es gebe keine Hinweise auf Unregelmäßigkeiten. Dennoch zeigt die Diskussion, wie die Briefwahl Ergebnisse verschieben kann, da die Stimmen in mehreren Schritten ausgezählt werden.
Am Wahlabend deuteten erste Prognosen von ARD und ZDF darauf hin, dass die AfD 20 Prozent der Stimmen erhalten würde. Mit fortschreitender Auszählung sank dieser Wert jedoch schrittweise und pendelte sich bei 19,5 Prozent ein. Ein ähnlicher Trend war bei SPD und Grünen zu beobachten, deren prognostizierte Anteile im Laufe des Abends ebenfalls zurückgingen.
Briefwahlstimmen werden in der Regel später und in separaten Chargen ausgezählt. Dieser Prozess kann die Reihenfolge der Stimmenerfassung beeinflussen und manchmal zu spürbaren Verschiebungen bei den Parteiprozenten führen. Bei dieser Wahl machten Briefwähler bis 10 Uhr etwa 34 Prozent der Beteiligung aus – weniger als 2021, als pandemiebedingte Einschränkungen die Nachfrage nach Briefwahl erhöhten.
Die AfD rät ihren Anhängern seit Langem von der Briefwahl ab und begründet dies mit Misstrauen gegenüber dem System. Da Briefwähler tendenziell andere Parteien bevorzugen, könnte ihre spätere Auszählung zum allmählichen Rückgang des AfD-Anteils im Wahlverlauf beitragen. Wahlprognosen sind von Natur aus Schätzungen, die sich mit zunehmender Datenlage präzisieren.
Die Wahlbeteiligung in Rheinland-Pfalz lag mittags bei 50 Prozent – ein leichter Anstieg gegenüber 49 Prozent im Jahr 2021. In Koblenz sank die Beteiligung von 71 Prozent (2016) auf 64,6 Prozent (2021), wobei die landesweiten Werte meist etwa drei Prozentpunkte höher liegen. Offizielle Berichte enthielten keine weitergehenden Vergleiche mit anderen Bundesländern oder parteispezifischen Briefwahltrends.
Die Wahlleitung bestätigte, dass bei der Auszählung keine Unregelmäßigkeiten festgestellt wurden. Das Endergebnis der AfD von 19,5 Prozent spiegelt die schrittweise Einbeziehung der Briefwahlstimmen wider, die sich oft von den Stimmen vor Ort unterscheiden.
Da die Briefwahl einen beträchtlichen Teil der Gesamtstimmen ausmacht, kann ihre spätere Auszählung vorläufige Abweichungen in den Hochrechnungen verursachen. Das Ergebnis unterstreicht, wie Wahlmethoden den zeitlichen Ablauf und die Wahrnehmung von Wahlergebnissen prägen.






