AfD Baden-Württemberg: Machtkämpfe und Vorwürfe – doch Frohnmaier triumphiert mit Rekordrückhalt
Miriam WolfAfD Baden-Württemberg: Machtkämpfe und Vorwürfe – doch Frohnmaier triumphiert mit Rekordrückhalt
Zwei interne Schreiben haben tiefe Gräben innerhalb der AfD Baden-Württemberg offenbart. Die Vorwürfe, über die der Spiegel berichtet, werfen der Landesführung autokratisches Verhalten und finanzielle Misswirtschaft vor. Trotz der Kontroversen wurde der Landesvorsitzende Markus Frohnmaier am Wochenende mit Rekordrückhalt wiedergewählt.
Das erste Schreiben stammt von Rüdiger Klos, einem Gründungsmitglied des AfD-Landesverbands und seit einem Jahrzehnt Landtagsabgeordneten. Er warnte, dass eine Regierungsbeteiligung führender Funktionäre „Chaos für Deutschland“ zur Folge hätte. Klos behauptete zudem, die Führung unterdrücke Kritiker durch Ausschlussverfahren – die Methoden erinnerten an „Säuberungen wie im Totalitarismus“ und seien „goebbelsartig“.
Ein zweites Schreiben, unterzeichnet von langjährigen Parteimitgliedern aus zwei Kreisverbänden, kritisierte eine „Machtkonzentration“ und „Vetternwirtschaft“. Die Gruppe beschrieb einen Wandel „von der Basisdemokratie zu einer autokratischen Funktionärspartei“, geprägt von „Machtcliquen“ und einer „Kultur der rücksichtslosen Selbstbereicherung“. Sie forderten eine unabhängige Prüfung der Landespartei-Finanzen, einschließlich des umstrittenen Ludwigsburger Erbes.
Die Vorwürfe hinderten Frohnmaier nicht an seiner Wiederwahl beim Landesparteitag. Er erhielt über 91 Prozent der Stimmen – das beste Ergebnis, das je ein AfD-Landesvorsitzender in Baden-Württemberg erzielt hat.
Beide Schreiben richteten sich an die AfD-Bundesvorsitzenden Alice Weidel und Tino Chrupalla und unterstreichen Bedenken hinsichtlich Transparenz bei finanziellen und personellen Entscheidungen.
Frohnmaiers Wiederwahl folgt auf scharfe interne Kritik an der Ausrichtung der Partei. Forderungen nach Finanzprüfungen und Vorwürfe autoritärer Praktiken bleiben ungeklärt. Das Ergebnis deutet jedoch auf eine starke Unterstützung für die aktuelle Führung hin – trotz der internen Konflikte.
